23. März 2013

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Patienten kosten unterschiedlich viel
Ein Patient kostet unterschiedlich viel
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Ein Patient kostet unterschiedlich viel

Eine Spitalsbehandlung in Wien ist deutlich kostspieliger als in Tirol

WIEN (SN-alf). Im österreichischen Gesundheitssystem schlummert erhebliches Einsparungspotenzial. Das zeigt ein Blick auf die Behandlungskosten, die in den Spitälern anfallen. So müssen für einen Patienten, der in einem Wiener Krankenhaus liegt, im Durchschnitt 5891 Euro ausgegeben werden. In der Steiermark sind es 4586 Euro, in Salzburg 3760 Euro, im Burgenland 2743 Euro. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2010.

Aber auch die Kostensteigerungen, die in den vergangenen Jahren in den Krankenhäusern angefallen sind, zeigen, dass es starke regionale Unterschiede gibt. So haben seit dem Jahr 1997 die Kosten für die Behandlung eines Pa tienten in Niederösterreich um 93 Prozent zugenommen, in der Steiermark um 72 Prozent, in Vorarlberg hingegen nur um 59 Prozent.

Auch die Zahl der Patienten pro Bundesland, die in einem Krankenhaus behandelt werden, variiert stark. So werden im Verlauf eines Jahres in Oberösterreich deutlich mehr Menschen in den Spitälern behandelt als in den anderen Bundesländern. Was nicht bedeutet, dass die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher kränker sind als die Bewohner der anderen Bundesländer. Eher ist es so, dass das Angebot an niedergelassenen Ärzten nicht ausreicht und daher die Patienten verstärkt in die Krankenhäuser drängen.

Erklärungsversuche für die Kostendifferenzen gibt es mehrere. So führt Wien immer wieder ins Treffen, dass in der Bundeshauptstadt viele komplizierte und damit auch kostenintensivere Eingriffe durchgeführt würden, die es in anderen Bundesländern nicht gebe.

Es ist allerdings auch Tatsache, dass in der Bundeshauptstadt Wien die Patienten deutlich länger im Spital bleiben als in den anderen Bundesländern. Und eines ist auch fix: Die größten Unterschiede gibt es bei den Kosten im nicht medizinischen Bereich.

Experten haben berechnet, dass die Spitalskosten in Österreich um etwa drei Milliarden Euro niedriger wären, wenn die Ausgabaen für die Krankenhäuser in allen Ländern auf das Niveau Tirols gesenkt werden können.

Auch das Institut für höhere Studien (IHS) hat in einer Studie festgestellt, dass im österreichischen Gesundheitssystem durch eine bessere Zusammenarbeit bis zu zwei Milliarden Euro eingespart werden können. Und das ohne eine Verminderung der Leistungen für die Patienten.